Google schaltet Dynamic Search Ads ab: AI Max wird ab September 2026 Pflicht

23. April 2026

Google hat am 15. April 2026 offiziell das Ende von Dynamic Search Ads eingeläutet. Die Zwangs-Migration auf AI Max startet im September. Wer Google Ads für den B2B-Mittelstand schaltet, sollte die nächsten fünf Monate nutzen, statt sich auto-migrieren zu lassen.

Google schaltet Dynamic Search Ads ab: AI Max wird ab September 2026 Pflicht — Collective Brain

Ab September 2026 wandelt Google alle verbleibenden Dynamic-Search-Ads-Kampagnen automatisch in AI Max um, ohne formalen Opt-out-Mechanismus. (Bild: Collective Brain)

Kurzfassung: Google hat am 15. April 2026 die Allgemeine Verfügbarkeit von AI Max bestätigt und damit gleichzeitig das Ende von Dynamic Search Ads (DSA), Automatically Created Assets (ACA) und Campaign-level-Broad-Match eingeläutet. Ab September 2026 werden alle noch laufenden DSA-Kampagnen automatisch zu AI Max umgestellt; neue DSA-Kampagnen lassen sich dann weder in der Ads-Oberfläche noch über Editor oder API anlegen. Google wirbt mit 7 Prozent mehr Conversions oder Conversion-Value bei vergleichbarem CPA/ROAS, vergleicht dabei aber das Full-Feature-AI-Max gegen Matching-only-AI-Max, nicht gegen klassische DSA. Für B2B-Mittelständler heißt das: Upgrade-Tools ab sofort nutzen, Text-Guidelines konservativ setzen, Brand- und Location-Controls aktivieren.

Was Google am 15. April angekündigt hat

Brandon Ervin, Director of Product Management bei Google Ads, verkündete den Schritt im offiziellen Ads-Blog: AI Max for Search verlässt nach knapp elf Monaten Beta die Testphase und wird zur Standardlösung für alle Suchkampagnen. Gleichzeitig kündigte Google das Ende dreier Legacy-Funktionen an, die bisher neben AI Max existierten.

Konkret betroffen sind Dynamic Search Ads, die seit 2011 automatisch Anzeigen aus Website-Inhalten generieren, Automatically Created Assets, die Anzeigen-Bausteine automatisch ergänzen, sowie das Campaign-level-Broad-Match-Setting. Für alle drei Formate rollt Google ab 15. April Upgrade-Tools aus, die historische Einstellungen und Performance-Daten in Standard-Anzeigengruppen mit AI Max portieren. ACA- und Broad-Match-Nutzer sehen zusätzlich ein Pop-up-Banner direkt in der Google-Ads-Oberfläche.

Die automatische Migration ab September 2026 kennt keinen formalen Opt-out. Wer DSA heute produktiv nutzt und bis dahin keine Entscheidung trifft, wird von Google umgestellt.Analyse auf Basis der offiziellen Google-Ankündigung vom 15. April 2026

Die Roadmap bis September 2026

Der Übergang läuft in zwei klar getrennten Phasen. Phase eins, die freiwillige Migration, startete am 15. April 2026 und läuft bis Ende August. In dieser Zeit können Werbetreibende die Upgrade-Tools selbst anstoßen, die neuen Kontrollfunktionen testen und Budget-Auswirkungen in Ein-Klick-Experimenten validieren. Phase zwei beginnt im September 2026 und migriert verbleibende DSA-, ACA- und Broad-Match-Kampagnen automatisch. Ab diesem Zeitpunkt lassen sich neue DSA-Kampagnen weder über die Ads-Oberfläche, noch über Google Ads Editor noch über die Google Ads API erzeugen.

Was das konkret bedeutet: Wer DSA im Einsatz hat, verliert spätestens zum Septemberbeginn 2026 jede Möglichkeit, den Wechsel hinauszuzögern. Das verbleibende Zeitfenster für kontrollierte Tests, A/B-Vergleiche und Budget-Kalibrierung beträgt fünf Monate.

Das 7-Prozent-Versprechen und wie es zu lesen ist

Google kommuniziert zur Allgemeinen Verfügbarkeit eine Zahl, die schnell falsch interpretiert wird: 7 Prozent mehr Conversions oder Conversion-Value bei vergleichbarem CPA beziehungsweise ROAS. Der Vergleich findet allerdings innerhalb von AI Max statt, nicht zwischen DSA und AI Max. Gemessen wird die Full-Feature-Variante mit Search-Term-Matching, Text-Customization und Final-URL-Expansion gegen eine Matching-only-Variante. Das Ergebnis bezieht sich zudem auf Kampagnen außerhalb des Einzelhandels.

Frühere Beta-Zahlen zeichnen ein differenzierteres Bild: Zum Beta-Start im Mai 2025 sprach Google von 14 Prozent Conversion-Uplift gegenüber Keyword-Match-Varianten, im Februar 2026 nannte Google 27 Prozent Lift für Kampagnen, die Text-Guidelines einsetzen und mit Exact- oder Phrase-Match konfiguriert sind. Für eine ehrliche Business-Case-Rechnung im deutschen B2B-Kontext bedeutet das: Die 7-Prozent-Zahl ist ein Marketing-Durchschnitt, nicht die zu erwartende Lift-Range im eigenen Konto.

Was der B2B-Mittelstand jetzt konkret prüfen sollte

AI Max adressiert eine Schwäche, die Dynamic Search Ads im B2B-Segment immer hatten: die vollständige Abhängigkeit vom Landing-Page-Content. AI Max verarbeitet komplexere Suchanfragen über Signalverarbeitung und ist damit für Recherche-Verhalten im B2B-Umfeld tendenziell besser geeignet. Wer AI Max produktiv einsetzt, kann außerdem Text-Guidelines definieren, um Compliance-Formulierungen, technische Genauigkeit und Zertifizierungen präzise zu steuern, sowie Brand- und Location-Controls einsetzen, um irrelevante Impressionen einzugrenzen.

Der kritische Punkt für mittelständische Budgets liegt in der Default-Konfiguration: Beim automatischen Upgrade aktiviert Google alle Features. Für Kampagnen mit engem CPA-Korsett oder kleinem Testbudget kann das zu deutlich schnelleren Ausgaben führen, bevor die Performance-Daten belastbar sind. Historische DSA-Performance-Vergleiche werden nach dem Umstieg nicht eins zu eins aufgehen; strukturierte A/B-Tests vor der Umstellung sind deshalb die risikoärmste Variante.

Pragmatische Handlungsliste: Upgrade-Tool jetzt öffnen und Pop-up-Banner nicht wegklicken · Text-Guidelines konservativ starten und schrittweise lockern · Brand- und Location-Controls von Anfang an nutzen · One-Click-Experiment anlegen, bevor automatische Migration greift · CPA/ROAS-Ziele für die ersten 14 Tage nach Upgrade bewusst enger setzen und dann schrittweise weiten.

Häufige Fragen

Wann genau werden Dynamic Search Ads abgeschaltet?

Google hat den Sunset in zwei Phasen geteilt. Ab 15. April 2026 stehen Upgrade-Tools für die freiwillige Migration bereit. Im September 2026 beginnt die automatische Umstellung aller berechtigten Kampagnen auf AI Max. Ab diesem Zeitpunkt lassen sich neue DSA-Kampagnen weder in der Ads-Oberfläche, noch über den Ads Editor noch über die Google Ads API anlegen.

Kann ich der automatischen Migration widersprechen?

Einen formalen Opt-out-Mechanismus gibt es laut Googles Ankündigung vom 15. April 2026 nicht. Für berechtigte Kampagnen ist die Migration im September 2026 verpflichtend. Werbetreibende können lediglich die konkrete Konfiguration nach dem Upgrade anpassen und haben bis zum Stichtag die Wahl, die Migration selbst zu steuern statt sie automatisiert ablaufen zu lassen.

Was bedeuten die 7 Prozent mehr Conversions aus der Google-Ankündigung?

Die 7-Prozent-Zahl vergleicht das Full-Feature-AI-Max (mit Search-Term-Matching, Text-Customization und Final-URL-Expansion) gegen Matching-only-AI-Max, jeweils ohne Einzelhandelskampagnen. Sie ist kein direkter Vergleich zwischen klassischen Dynamic Search Ads und AI Max und sollte daher nicht als garantierte Lift-Range im eigenen B2B-Konto gelesen werden.

Welche Kampagnentypen außer DSA sind betroffen?

Neben Dynamic Search Ads sind auch Automatically Created Assets (ACA) und das Campaign-level-Broad-Match-Setting betroffen. Für alle drei Formate rollt Google ab 15. April 2026 Upgrade-Tools aus. ACA- und Broad-Match-Nutzer sehen zusätzlich ein Pop-up-Banner in der Google-Ads-Oberfläche, das zur Migration auffordert.

Ist AI Max für B2B-Kampagnen mit kleinem Budget riskant?

Die Default-Konfiguration aktiviert alle Features. Für Kampagnen mit engem CPA-Korsett oder kleinem Testbudget kann das zu schnelleren Ausgaben führen, bevor Performance-Daten belastbar sind. Empfehlung: Text-Guidelines konservativ starten, Brand- und Location-Controls von Anfang an nutzen, CPA- oder ROAS-Ziele für die ersten 14 Tage bewusst enger setzen und erst nach stabilen Daten schrittweise lockern.

Florian Wessling
Florian Wessling
CEO, Collective Brain GmbH · Hamburg

Florian Wessling ist Geschäftsführer der Collective Brain GmbH in Hamburg und berät seit über 15 Jahren Unternehmen zu digitalem Marketing, Brand Design und Content-Strategie. Über 200 Projekte — von BAFA-geförderten Digitalisierungsberatungen für den Mittelstand bis zu Enterprise-Kampagnen — haben ihm gezeigt, was in der Praxis funktioniert.

Florian Wessling

Florian Wessling

CEO bei Collective Brain | Florian ist CEO der Collective Brain GmbH und Experte für Branding- und Performance-Marketing. Mit über 15 Jahren Erfahrung im Marketing unterstützt Florian sowohl KMUs als auch Konzerne bei der digitalen Transformation. Sag Florian auch auf LinkedIn "Hi!" oder tausch dich mit ihm auf Twitter aus.
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